Bigpoint öffnet sein Portal für alle Browsergame-Entwickler
Interessant, interessant: über die BigPoint DevLounge können ab sofort Entwickler von Browser-Games von BigPoints Standing als Global Player in diesem Marktsegment profitieren. Geboten werden einem über 60 Millionen registrierte User und eine Anbindung an das umfassende Paymentsystem — im Gegenzug muss man 75% der Umsätze (plus Transaktionsgebühren anscheinend) an BigPoint abtreten.
In Zeiten, wo sowohl Apple als auch Microsoft von ihren Partner-Entwicklern lediglich 30% kassieren (bei vergleichbarer Leistung), sind 75% natürlich viel zu viel — 60 Millionen Mitglieder hin oder her.
Tatsächlich muss man bei dem BigPoint-Deal sein Browsergame nach wie vor selber hosten, was bei einem solchen Spiel ein nicht zu unterschätzender Aufwand ist. Dass eine Partnerschaft mit BigPoint “mal so eben” ein paar Millionen Spieler in das eigene Spiel spülen kann, klingt auf dem Papier toll; jedoch muss der Betreiber natürlich Sorge tragen, dass sein Spiel dies auch verkraftet. Und wer sich von Anfang an auf so einem Niveau mit der Skalierbarkeit seines Spiels sowohl auf technischer als auch geschäftlicher Ebene auseinander setzt, wird über einen solchen 25%-Deal nur müde lächeln.
Insofern werte ich diesen Schritt bis auf weiteres als den Versuch BigPoints, aus kleinen Spielen Kapital zu schlagen, die außerhalb entwickelt wurden und für eine mögliche Akquisition oder “richtige” Partnerschaft nicht attraktiv genug sind. Der Browser-Spiele-Markt ist heiß umkämpft; gute Titel werden weiterhin früh genug von den Marktführern BigPoint und GameForge umzirzt werden.
Trotzdem ein interessanter und alles in allem willkommener erster Schritt in Richtung einer Service-Architektur, die interessierten Browserspiel-Entwicklern (ich bin selber einer) die schmutzigen Details abnimmt und ihnen erlaubt, sich auf das Spiel selbst zu konzentrieren.
Wenn GameForge jetzt noch mit einem ähnlichen Angebot nachzieht, wird alles gut. :-)