Ein paar Worte zum Thema “Bonuskärtchen”

So alles in allem vermisse ich ja die Zeit, in der man noch zur Supermarktkasse gehen konnte, ohne nach einer Bonuskarte oder dem Wunsch nach einer eben solchen gefragt zu werden. “Ich gehe hier fast täglich einkaufen”, möchte ich da am liebsten sagen, “so langsam sollten Sie doch kapiert haben, dass ich weder eine Bonuskarte besitze, noch eine Bonuskarte besitzen möchte.”
Die einzige Bonuskarte, die ich jemals und darüber hinaus auch noch sehr gerne besaß, war die von Balzac Coffee (der außerhalb Hamburgs kaum bekannten Coffeeshop-Kette von Frau Kullmann). Es war weniger der Wunsch nach einem Freikaffee, der mich antrieb, als mehr mein Sammelwahn, ich mochte einfach die Stempelchen und freute mich jedes Mal, wenn die Karte voll war. Achievement unlocked, ne?
Aber auch das wurde mir jetzt genommen, denn bei Balzac hat man zum Jahreswechsel auf ein elektronisches System mit Plastikkärtchen gewechselt. Anstatt dass ein Stempel auf ein Papierkärtchen gedrückt wird, wird die Plastikkarte durch die Kasse gezogen. Aha.
Frau Kullmann muss das für eine gute Idee gehalten haben, aus welchen Gründen auch immer, aber ich finde es ganz furchtbar — denn war auf den Stempelkärtchen für jedermann sofort ersichtlich, wenn die Zeit für ein leckeres Freigetränk in der Größe “Tall” gekommen war, so muss man als Besitzer des neuen Plastikkärtchens erst jedes Mal an der Kasse nachfragen, ob die Karte denn bereits mit digitalen Stempelchen bis zum Rande gefüllt sei, denn selbstverständlich gibt es nach wie vor nur Getränke der Größe “Tall” für fleißige Sammler kostenlos, und vielleicht will man ja heute kein “Tall”, würde sich aber trotz abweichender Kaffeegrößenpläne für eines entscheiden, wäre es denn kostenlos, aber weh, man weiß es ja nicht — man sieht: eine eindeutige Verschlimmbesserung.
Mit dem Ergebnis, dass ich nun nach eineinhalb Jahren des täglichen Balzac-Besuchs nun lieber zu Black Bean direkt gegenüber gehe. Das ist weniger verwirrend. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste, ne. Es gibt dort noch nette Stempelkärtchen, das Personal ist insgesamt freundlicher und nervt nicht mit “möchten Sie zu Ihrem Kaffee noch ein Stück Kuchen oder einen Bagel oder die Biografie der Inhaberin?” — und ich meine, der Kaffee schmeckt auch besser.
Wenn jetzt noch die Nachbarin, die neulich ein Paket für mich angenommen und noch am selben Tag ihren Jahresurlaub angetreten hat, aus selbigem zurück kehren würde, dann wär alles gut.
Bigpoint öffnet sein Portal für alle Browsergame-Entwickler
Interessant, interessant: über die BigPoint DevLounge können ab sofort Entwickler von Browser-Games von BigPoints Standing als Global Player in diesem Marktsegment profitieren. Geboten werden einem über 60 Millionen registrierte User und eine Anbindung an das umfassende Paymentsystem — im Gegenzug muss man 75% der Umsätze (plus Transaktionsgebühren anscheinend) an BigPoint abtreten.
In Zeiten, wo sowohl Apple als auch Microsoft von ihren Partner-Entwicklern lediglich 30% kassieren (bei vergleichbarer Leistung), sind 75% natürlich viel zu viel — 60 Millionen Mitglieder hin oder her.
Tatsächlich muss man bei dem BigPoint-Deal sein Browsergame nach wie vor selber hosten, was bei einem solchen Spiel ein nicht zu unterschätzender Aufwand ist. Dass eine Partnerschaft mit BigPoint “mal so eben” ein paar Millionen Spieler in das eigene Spiel spülen kann, klingt auf dem Papier toll; jedoch muss der Betreiber natürlich Sorge tragen, dass sein Spiel dies auch verkraftet. Und wer sich von Anfang an auf so einem Niveau mit der Skalierbarkeit seines Spiels sowohl auf technischer als auch geschäftlicher Ebene auseinander setzt, wird über einen solchen 25%-Deal nur müde lächeln.
Insofern werte ich diesen Schritt bis auf weiteres als den Versuch BigPoints, aus kleinen Spielen Kapital zu schlagen, die außerhalb entwickelt wurden und für eine mögliche Akquisition oder “richtige” Partnerschaft nicht attraktiv genug sind. Der Browser-Spiele-Markt ist heiß umkämpft; gute Titel werden weiterhin früh genug von den Marktführern BigPoint und GameForge umzirzt werden.
Trotzdem ein interessanter und alles in allem willkommener erster Schritt in Richtung einer Service-Architektur, die interessierten Browserspiel-Entwicklern (ich bin selber einer) die schmutzigen Details abnimmt und ihnen erlaubt, sich auf das Spiel selbst zu konzentrieren.
Wenn GameForge jetzt noch mit einem ähnlichen Angebot nachzieht, wird alles gut. :-)
An die Deutsche Kinderhilfe e.V.
Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen:
- Kinderpornographie ist und bleibt verboten. Dass das richtig so ist, wird von niemandem in Frage gestellt. Wir sind uns alle einig, dass Kindesmissbrauch und Produktion, Bereitstellung und Konsum von Kinderpornographie unter schwerer Strafe stehen muss.
- Die aktuell heiß debattierten “Internetsperren” haben zum Ziel, den Zugriff auf kinderpornographisches Material zu verhindern oder zumindest zu erschweren. Dieses Ziel erreichen sie nicht. Wieso, wird Ihnen jeder, der sich ein wenig mit der Funktionsweise des Internets auskennt, erklären können.
- Gleichzeitig wird mit ihnen ein Instrument eingeführt, über das ohne jede Transparenz beliebige Webangebote schwer benachteiligt (“gesperrt”) werden können, ohne Einblick in den Auswahlprozess, ohne Möglichkeit, die Entscheidung anzufechten. Nicht einmal ein gerichtlicher Beschluss ist dafür notwendig, das Bundeskriminalamt kann komplett autonom agieren.
- Diese “Internetsperren” tun alles, außer Kinder vor Missbrauch zu schützen, denn erstens ist Missbrauch keine Folge einer möglicherweise bestehenden Nachfrage, zweitens werden möglicherweise vorhandene Konsumenten mit Leichtigkeit diese Sperren umgehen können. Sogar Opfer von Kindesmissbrauch sprechen sich gegen dieses Vorhaben aus.
Auch jenseits aller bisherigen und belegten Argumente gegen diese Vorhaben mit all ihren negativen Nebenwirkungen, die aufgrund der offensichtlichen Signalstärke der Themen Kinderpornographie und Kindesmissbrauch von Befürwortern der “Internetsperren” unter den Tisch gekehrt werden, sollten Sie sich bitte fragen:
Möchten Sie wirklich dazu beitragen, dass Kinderpornographie in erster Instanz ausgeblendet statt bekämpft wird?
Dies kann nicht im Sinne Ihres Vereins sein.
Danke.
The Red Wire Or The Blue Wire
Earlier today, I twittered about serendipity. I was thinking about weblogs and the web in general and suddenly realized how people simply aren’t linking each other anymore — at least not on any level like they used to.
This got me thinking. I’ve ran and am still running several weblogs. The one that actually has a decent PageRank is getting several mails each week from people asking for links — obviously to increase their own PageRank.
That’s when I saw what had happened. The PageRank craze has made linking not fun. Wow, how could that happen?
Since PageRank, links truly have become “the currency of the web”. Before, linking other sites was something entirely innocent, organic, chaotic. Currency has never been any of these things.
Should we be mad at Google for messing things up? Probably not, after all they merely tried to apply a metering mechanism on something big, random and mostly uncontrollable. Who could blame them?
We’ve witnessed this pattern in other places, so maybe there’s a lesson in there somewhere.
Moderation features in web forums don’t work like they’re supposed to because people keep finding ways to manipulate them.
Automated spam fighting mechanisms still don’t work like they’re supposed to because spammers keep finding new ways of fooling them.
Digg.com keeps getting gamed no matter what complex systems they put in place for pushing posts to their front page (or not).
More people need to see this pattern and think about how to deal with the following: no matter how clever your systems are, you can’t eradicate the human element, and you can’t eradicate serendipity. Learn to face it, and learn to find a way to not let it mess with you.
Ironically, this lesson also applies to start-ups. You can plan, strategize and scheme all you want; your start-up’s success entirely depends on “X”.
And, and this is important, this X can have positive as well as negative effects.
It can give you perfect media exposure for a perfect running start. But it can also give you bad users or unplanned downtime.
Most founders seem to spend a lot of time thinking about how to counter the effects of X; but smart founders think about how to live with them and possibly turn even the negative effects into a positive outcome.
It’s all those crappy little start-ups with bad ideas, bad brands, bad implementation, those little places that you read about once on TechCrunch and then never hear of again, that spent so much time on thinking about how to minimize the effects of X that they unintentionally crushed it along with all the good that may have come from it.
It’s easy to crush X with too many rules, too many strategies. Rules create deterministic systems. And deterministic systems can be hacked, bent, attacked. Instead, embrace X as the determining factor in your venture’s success. Allow it work for you.
What is X? It’s serendipity. It’s luck. It’s chaos. It’s randomness. It’s passion. It’s music. It’s today’s news. It’s the weather. It’s your partner. It’s love. It’s energy. It’s balance. It’s the red wire or the blue wire.
Ich brauche eine neue Stereoanlage.
Aber es ist 2008, und diese ganzen ollen Kompaktanlagen mit ihren CD-Playern (mit und ohne MP3) und sogar Tapedecks, die man bei Saturn & Co hinterher geworfen bekommt, fühlen sich nicht mehr zeitgemäß an. Obwohl ich durchaus noch ein paar CDs besitze, kommt bei mir die Musik inzwischen ausschließlich vom Computer bzw. meinem iPod. Am liebsten wäre mir daher ein Gerät,
- an das ich meinen iPod (nano, der quadratische) anschließen kann
- an das ich auch von meinem Macbook aus Musik streamen kann
- das vielleicht zur Not auch meine CDs frisst
- und/oder sogar einen (digitalen?) Radio-Receiver eingebaut hat.
Gibt es das? Wie arm macht es mich? Und welche Lautsprecher holt man sich dazu? Fragen über Fragen!